rezension

Eonvár – Zwischen den Welten | Kat Rupin

Eonvár – Zwischen den Welten | Kat Rupin | 344 Seiten | Zeilengold Verlag | Softcover 14,90 ; eBook 4,99€ | ISBN 978-3-94695-504-7
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*Rezensionsexemplar

“In der Magie des Wortes findet sich eine Heimat für jeden, der liest.”
#Cover

Ich. liebe. dieses. Cover. ES IST SO SCHÖN. Ich wusste vorher nicht mal, dass Lillith Korn auch Cover entwirft – aber hier zeigt sie eindeutig, dass sie es KANN! Der Effekt der Splitter fasziniert mich total und auch die Schrift ist wunderschön. Dazu spiegelt es einfach perfekt die Szene aus dem Buch wieder – besser hätte man es nicht treffen können.

#Klappentext
Nichts vermag die toughe Elisa zu stoppen. Weder die Hindernisse des Alltags noch das raue Leben in der Großstadt. Plötzlich taucht ihr lange verschollener Jugendfreund Gabriel auf – und mit ihm die Chance, in einer magischen Welt voller Abenteuer zu leben. Elisa steht vor einer schweren Entscheidung. Nur wer sich vollkommen von der irdischen Welt trennt, darf in Eonvár bleiben. Doch ist das Leben als Hexe und ohne Rollstuhl wirklich das, was sie sich wünscht? Kann sie die Menschen, die sie liebt, zurücklassen? Statt eine Wahl zu treffen, beginnt Elisa ein gefährliches Doppelleben zwischen den Welten.

#Meine Meinung
Eonvár hat ganz, ganz laut nach mir gerufen, weil ich Klappentext und Cover super genial fand.
Der Einstieg in die Geschichte war sehr angenehm. Elisa, die seit 13 Jahren an den Rollstuhl gefesselt ist, meistert ihr Leben trotz allen Schwierigkeiten ziemlich gut. Sie studiert, arbeitet nebenbei um sich ihre Wohnung in München leisten zu können und verbringt ihre Freizeit gerne mit ihrer besten Freundin Lucy. Elisa wirkt wie ein ziemlicher Wirbelwind, ist selbstbewusst, trotz ihrer körperlichen Behinderung sehr selbstständig und eine absolute Realistin. Sie nimmt die Sachen so, wie sie kommen und gibt ihr bestes, jede Situation zu meistern.
Ihre Freundin Lucy unterstützt sie bei allem ziemlich gut. Lucy war für mich ein wirklich toller Charakter, ebenso der Rest ihrer Familie. Sie hat einen kleinen Sohn und eine Frau, Ruwa. Lucy und Ruwa wirkten für mich echt und gaben einfach ein tolles Paar ab. Die beiden gehören in Eonvár definitiv zu meinen Lieblingscharakteren. Sie sind liebenswert, leidenschaftlich und für Elisa wie ihre Familie.

Als Elisa eines Tages zufällig ihren Jugendfreund Gabriel wieder trifft, wird ihr Leben völlig aus den geordneten Bahnen geworfen. Sie hat das Gefühl, dass Gabriel ihr etwas verheimlicht und folgt ihm – und landet in Eonvár, wodurch sich alles verändert. Eonvár ist eine Parallelwelt, in der Magie existiert, voller zauberhafter Wesen und wundervollen Orten. Das Worldbuilding fand ich hier wirklich grandios. Die Magie wird in verschiedene Bereiche aufgeteilt, sodass es Hexen und Hexer mit verschiedenen Fähigkeiten gibt. Es gibt Bewegungslenker, Gedankenspäher, Weltenwandler und noch vieles mehr. Außerdem erwarten einen lebende Bäume, selbstständige Treppen, fantastische Tierwesen – alles, was das Fantasieherz begehrt. Ja, ein bisschen wie Harry Potter – Eonvár ist wirklich eine Welt voller Magie, die mich sehr in ihren Bann gezogen hat und von der Autorin auch sehr bildhaft beschrieben wurde.

Außerdem bringt die Welt für Elisa noch etwas ganz besonderes mit sich – sie kann plötzlich wieder ihre Beine bewegen und ist nicht mehr an den Rollstuhl gefesselt. So leid es mir tat, aber ab dem Punkt ging die Geschichte für mich stark bergab. Elisa, die als totale Realistin beschrieben wurde und plötzlich in einer magischen Welt landet, in der sie spontan scheinbar wieder geheilt ist – zeigte für mich nicht ansatzweise genug Begeisterung, Verwunderung oder generell Emotionen, die zu dieser Situation gepasst hätten. Für mich kam es rüber, als würde sie die ganze Situation mit einem Schulterzucken hinnehmen und ohne Probleme auf ihren gesunden Beinen draufloslaufen. Das konnte ich der Autorin hier leider absolut nicht abnehmen.
Während ich gemeinsam mit Elisa diese magische Welt kennenlernte, welche mich wirklich immer mehr begeisterte, nahm meine Sympathie für Elisa immer weiter ab. Sie wirkte für mich in sehr vielen Situationen unnötigerweise wie ein kleines Kind, dem man seinen Lolli verwehrt, stieß Leuten ständig vor den Kopf, zickte rum und ging mir damit ziemlich auf die Nerven. Wo sie so selbstständig und selbstbewusst sein sollte, jammerte sie rum und musste, egal wie bescheuert es war, immer ihre verqueren Gedanken durchsetzen.

Dazu kam dann noch Gabriel, der mich leider auch nicht von sich überzeugen konnte. Gabriel ist Elisa nur hinterhergelaufen und versuchte stets, ihr alles recht zu machen. Er hatte irgendwie null Charakter, wirkte einfach lasch und die Liebesbeziehung, die sich zwischen ihm und Elisa mit der Zeit entwickelte, konnte ich nicht ernst nehmen. Die Emotionen fehlten mir hier an jeder Ecke, lediglich in manchen Dialogen, in denen die beiden sich gegenseitig geneckt haben, habe ich ihnen die “besten Freunde” abgekauft. Mehr allerdings nicht. Genau wie Lucy, fand ich Gabriels besten Freund Matt wesentlich sympathischer. In ihn konnte ich mich oft sehr gut hineinversetzen, konnte seine Gefühle und Handlungen nachvollziehen und habe ihn in der Geschichte wirklich sehr lieb gewonnen.

In der Handlung gibt es trotzdem ein paar Szenen, die mir wirklich sehr gefallen haben, was meistens aber eher an Eonvár, als an den Charakteren lag. Bis auf 2 Höhepunkte, die ich auch als sehr spannend und bewegend empfunden habe, war die Geschichte aber eher ein hin und her zwischen Eonvár, München und Elisa, die stets versuchte ihren Willen zu kriegen. Auch das Ende war für mich irgendwie emotionslos (bis auf Matts Anteil daran!) und ich war traurig, weil die Geschichte für mich wahnsinnig viel Potential hatte, das nicht genutzt wurde.

Obwohl ich hier nun viele Kritikpunkte genannt habe, habe ich das Buch an einem Tag durchgelesen. Der Schreibstil der Autorin ist wahnsinnig angenehm zu lesen und wie bereits gesagt, sind die bildhaften Beschreibungen von Eonvár genauso magisch, wie sie sein sollten. Auch an Matt, Lucy, Ruwa und einigen anderen Nebencharakteren in Eonvár merkt man, dass die Autorin weiß, wie sie die Emotionen an den Leser transportieren kann, nur hätte ich mir davon in so vielen Szenen noch mehr gewünscht.

#Fazit
Insgesamt konnte Kat Rupins Debütroman mich leider nicht überzeugen. Eonvár hat so viel zu bieten. Es ist definitiv eine Welt, in der man gedankenlos abtauchen und glücklich sein kann, sich von den Aôrie verzaubern lässt und einfach nur genießt. Für mich jedoch wurde dies durch die Hauptcharaktere in den Hintergrund gestellt, weil ich mit den beiden einfach nicht warm werden konnte. Dennoch ist dies nur meine Meinung und jeder, der eine zauberhafte Welt entdecken will, sollte es mit Eonvár versuchen. Vielleicht können Elisa und Gabriel euch mehr verzaubern als mich!

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4 thoughts on “Eonvár – Zwischen den Welten | Kat Rupin”

  1. Liebe Jenny,
    vielen Dank! Die Rezi soll auch niemanden davon abhalten, es mit Eonvár zu versuchen. Meine Meinung muss ja nicht auch die von anderen sein! Das Buch hat ja ebenso positive Aspekte, die mir sehr gut gefallen haben. 🙂 Ich wünsche dir viel Spaß beim lesen, wenn es soweit ist!

    Liebe Grüße, Angie

  2. Liebe Alicia,
    ich danke dir! 🙂 Ja, genau so ging es mir auch. Im Normalfall hätte ich so ein Buch abgebrochen, aber Kat Rupin hat den Rest so toll geschrieben, dass ich die Geschichte trotzdem weitergelesen habe. Wer mit den Charakteren gut zurecht kommt, wird sicherlich ein tolles Highlight unter den Büchern für sich gefunden haben.

    Auch deine Rezi gefällt mir sehr gut und wie du gesagt hast, wirklich die gleichen Kritikpunkte, sowohl positiv als auch negativ. 😀

    Liebe Grüße,
    Angie 🙂

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